Wetzendorfer Wehr nimmt neues Einsatzfahrzeug in Betrieb

Im Beisein der Festgäste segnete die Gemeindereferentin Gabriele Netal-Backöfer das neue Einsatzfahrzeug der Wetzendorfer Wehr.
Foto: Katrin HillerBereits im März dieses Jahres hat die Freiwillige Feuerwehr Wetzendorf ihr neues Einsatzfahrzeug erhalten. Bei einer Feier wurde es Mitte Oktober nun offiziell in den Dienst gestellt.
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um diesen besonderen Anlass zu feiern – darunter neben Bürgermeister Thomas Lang, dem dritten Bürgermeister Daniel Illauer und Mitgliedern des Stadtrats auch Landrat Armin Kroder sowie der Landtagsabgeordnete und Sprecher für Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutz, Norbert Dünkel. Die Feuerwehr war durch Kreisbrandrat Holger Herrmann, den Kommandanten der Laufer Wehren, Oliver Heinecke, sowie zahlreiche Kameradinnen und Kameraden vertreten.
Vom Eimer zum Sprinter
Zu Beginn des offiziellen Teils blickte Kommandant Timo Sporer auf die Geschichte der 1907 gegründeten Wetzendorfer Wehr zurück. In den Anfangsjahren mussten sich die Feuerwehrleute noch mit Ledereimern behelfen, ehe später eine Handspritze hinzukam. Einen wichtigen Fortschritt brachte das Jahr 1930 mit der Anschaffung der ersten Motorspritze. Ab 1958 stand ein Tragkraftspritzenanhänger zur Verfügung, der von einem Unimog gezogen wurde. 1973 erhielt die Wehr ihr erstes Tragkraftspritzenfahrzeug, 1992 wurde ein Nachfolger angeschafft. Mit dem 190 PS starken Mercedes-Benz Sprinter 519 ist sie nun technisch auf dem neuesten Stand. Er verfügt unter anderem über einen Stromerzeuger auf einem Drehplateau und einen ausfahrbaren Edelstahllichtmast mit vier LED-Scheinwerfern für Einsätze bei Dunkelheit. Auch eine Tauchpumpe, ein Wassersauger und ein Schwimmsaugkorb gehören zur Ausstattung. Mithilfe eines Wechselmoduls für Wasserschäden kann das Fahrzeug flexibel an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden.
Sporer dankte der Stadt Lauf, dem Stadtrat und dem Kommandanten der Laufer Feuerwehr für die Unterstützung bei der Beschaffung. Besonders hob er den Zusammenhalt innerhalb der eigenen Mannschaft hervor: „Ich bin sehr stolz auf euch und es macht Spaß, mit euch zusammenzuarbeiten!“
Auch der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Wetzendorf, Edwin Heger, zeigte sich erfreut über das neue Einsatzfahrzeug. Besonders am Herzen liege ihm, dass alle Kameradinnen und Kameraden stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehren. Als symbolischen Begleiter überreichte er dem Kommandanten einen Glücksstein.
Teamgeist als Stärke
Bürgermeister Thomas Lang bezeichnete die Einweihung als Festtag für Wetzendorf. Es sei wichtig, dass auch die Ortsteilwehren zeitgemäß ausgerüstet seien und über die Mittel verfügten, die sie für ihre verantwortungsvolle Aufgabe benötigten. Zugleich erinnerte er daran, dass selbst die beste Technik allein nicht ausreiche. Entscheidend seien die Menschen, die im Ernstfall ausrückten. Die Feuerwehrleute seien „Ehrenmänner“ und „Ehrenfrauen“, die ihre Freizeit für Ausbildung, Übungen und Einsätze zur Verfügung stellten. Besonders lobte Lang das Zusammenspiel der jungen Führungskräfte mit den erfahrenen Kameraden. Dieser Zusammenhalt sei eine große Stärke der Wetzendorfer Wehr.
Kreisbrandrat Holger Herrmann betonte, dass die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs mit erheblichen Kosten verbunden sei. Umso erfreulicher sei es, dass die Stadt auch ihre kleineren Ortsteilwehren bei der Modernisierung ihrer Ausstattung berücksichtige. Sein Dank galt zudem dem Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel für dessen Engagement im Feuerwehrwesen sowie dem Freistaat Bayern für die gewährte Förderung.
Wie viel Zeit und Planung hinter einer solchen Anschaffung stecken, verdeutlichte Oliver Heinecke, Kommandant der Laufer Feuerwehren. Rund drei Jahre habe der Weg bis zur Beschaffung des neuen Fahrzeugs in Anspruch genommen. Eine leistungsfähige technische Ausrüstung sei entscheidend, um für die vielfältigen Herausforderungen im Einsatz gewappnet zu sein.
Zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts
Die zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren seien ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts, wie Landrat Armin Kroder ausführte. „Wir sind froh, dass wir euch haben“, brachte er seine Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement der Kameradinnen und Kameraden zum Ausdruck. Mit Blick auf mögliche künftige Krisenlagen unterstrich er zudem die Bedeutung einer guten Vorbereitung – auch wenn man hoffe, von diesen Fähigkeiten möglichst nie Gebrauch machen zu müssen.
Lobende Worte fand er für die gute Nachwuchsarbeit der Wetzendorfer Wehr. Neben der bereits 1982 gegründeten Jugendfeuerwehr sei mit der Kinderfeuerwehr im Februar 2026 ein weiteres Angebot geschaffen worden, um junge Menschen frühzeitig für das Ehrenamt zu begeistern. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich dadurch die Mannschaftsstärke auch in den kommenden Jahren halten lassen werde.
Den feierlichen Höhepunkt bildeten die gemeinsamen Fürbitten und die Segnung des neuen Fahrzeugs durch die katholische Gemeindereferentin Gabriele Netal-Backöfer. Sie würdigte den vielseitigen und oft auch psychisch fordernden Einsatz der Feuerwehrleute, die bei Bränden, Unfällen und anderen Notlagen zuverlässig Hilfe leisteten. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wünschte sie ihnen stets den nötigen Rückhalt und Schutz.
