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Stand: 01.10.2026 Neuigkeiten

Manfred Scheld ist Ehrenbürger der Stadt Lauf

Scheld Ehrenbürger Foto Kirchmayer

Ehrenbürger Manfred Scheld und Bürgermeister Thomas Lang im Kaisersaal der Wenzelburg.

Foto: Andreas Kirchmayer/ Stadt Lauf

In feierlichem Rahmen wurde dem langjährigen früheren Stadtratsmitglied und Altbürgermeister Manfred Scheld am Mittwochabend im Kaisersaal der Laufer Wenzelburg die Ehrenbürgerwürde verliehen. Es handelt sich um die größte Ehrung, die die Stadt Lauf vergeben kann, wie Bürgermeister Thomas Lang bei der Veranstaltung betonte. Insgesamt gibt es neun Laufer Ehrenbürger. 

Landrat Armin Kroder blickte zurück auf Schelds politische Anfänge. 1972 war Scheld Gemeinderat der damals noch eigenständigen Gemeinde Heuchling geworden. Da war Armin Kroder noch gar nicht auf der Welt, betonte er. "Es ist unglaublich, was du an Lebenszeit, Energie und Kompetenz eingebracht hast", wandte sich Kroder an Scheld. Er bezeichnete ihn als leuchtendes Beispiel ehrenamtlichen Engagements und rechnete hoch, dass es sich um zehntausende ehrenamtliche Stunden handeln müsse. Scheld habe neben seiner bekannten lauten und lustigen Seite auch eine ernste und hilfsbereite. Der gebürtige Heuchlinger packe mit an, ohne sich lange bitten zu lassen, habe ein gutes Gespür für Gerechtigkeit und sei immer ehrlich, so Kroder weiter. er erwähnte auch, dass Scheld Gründungsmitglied der Freien Wähler aus Kreisebene war und wünschte dem Geehrten und seiner Familie abschließend gesundheitlich alles Gute.

"Wir wollen ein politisches Leben von 50 Jahren ehren und feiern", sagte Bürgermeister Thomas Lang. Er zählte Schelds politische Stationen auf, vom Heuchlinger Gemeinderat zum Laufer Stadtrat, stellvertretenden Bürgermeister, Kreisrat, zuletzt Ortssprecher von Dehnberg und Höflas. Scheld habe einen großen Teil seines Lebens in den Dienst seiner Heimat gestellt, fasste Lang zusammen und betonte, dass dies nur mit der Unterstützung der Familie funktionieren könne. Der Bürgermeister lobte Schelds Integrität und Gespür für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Der Wahl-Dehnberger sei für seine klaren Worte bekannt. "Demokratie lebt davon, dass Menschen bereit sind, for ihre Überzeugungen einzustehen", so Lang. Dabei müsse man aber immer miteinander sprechen. 

Besonders in Erinnerung ist dem Bürgermeister die Abschiedsrede Schelds im Jahr 2014 geblieben, als das scheidende Stadtratsmitglied vehement mehr Gespräche über die Parteilager hinweg und eine bessere Zusammenarbeit zum Wohl der Stadt einforderte. 

Auch Schelds ehrenamtliche Tätigkeiten in etlichen Vereinen sprach Lang an. Er bezeichnete den 80-Jährigen als "Laufer Original mit Ecken und Kanten" und einer Persönlichkeit, die in Erinnerung bleibe. "Unsere Stadt ist durch Menschen wie dich zu dem geworden, was sie heute ist", wandte sich Lang an Scheld. Lauf habe ihm viel zu verdanken. 

Nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde und der Ehrennadel bedankte sich Scheld beim Laufer Stadtrat für die Auszeichnung. In seiner nachdenklichen, teils emotionalen, aber auch heiteren Dankesrede sprach er zunächst seine Familie an. Mit seiner Frau Agnes ist er fast 59 Jahre verheiratet. Einen wie ihn, so Scheld, müsse man erst einmal so lange aushalten. Er sei früher oft später heimgekommen, wegen seiner vielen Pflichten und manchmal auch, weil das Bier so gut geschmeckt habe. Seine Söhne hätten wenig von ihm gehabt. Scheld betonte den Wert von Freundschaft und freute sich, dass zu der Veranstaltung so viele Freunde und Familienmitglieder gekommen waren, auch von außerhalb, etwa aus Rollhofen, wie er scherzhaft anmerkte. Er begrüßte auch die Gäste aus Laufs Partnerstadt Tirschenreuth, die seiner Einladung gefolgt waren. Scheld erinnerte sich an politische Weggefährten. "Sollte ich dem einen oder anderen auf die Füße getreten sein, bitte ich das zu entschuldigen", so der 80-Jährige. Der Stadt Lauf wünschte er alles Gute. 

Der stellvertretende Tirschenreuther Bürgermeister Sebastian Rosnitschek ergriff spontan das Wort und gratulierte herzlich im Namen der Stadt Tirschenreuth. Scheld sei durch seinen Einsatz mit dafür verantwortlich, dass die Freundschaft zwischen Lauf und der Stadt in der Oberpfalz schon so lange besteht und in eine Städtepartnerschaft mündete. 2021 hatte Scheld dafür die Verdienstmedaille von Tirschenreuth erhalten. "Wennst keine Freunde hast, bist a arme Sau", so Rosnitschek. Aber da mache er sich bei Scheld keine Sorgen.

Im Anschluss an die Reden trug sich der neue Ehrenbürger in das Goldene Buch der Stadt Lauf ein. Danach gab es bei einem Buffet die Gelegenheit zu Gesprächen. 

Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Gesangverein Heuchling, bei dem Scheld seit Jahrzehnten Mitglied ist, und vom Posaunenchor Schönberg begleitet. Der Gesangverein hatte eigens für die Veranstaltung den Text von "The Lion sleeps tonight" umgedichtet. 

Zu der Veranstaltung waren viele Ehrengäste aus Politik und Verwaltung, aber auch Freunde und Familienmitglieder des Geehrten gekommen. Unter den Gästen waren die frühere Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, Altlandrat Helmut Reich, die beiden Träger der Goldenen Bürgermedaille Helmut Glimpel und Baldur Strobel, BBV-Präsident Günther Felßner, der Landtagsabgeordnete Felix Locke und weitere aktuelle und frühere Stadtratsmitglieder, Tirschenreuths Ehrenbürger und Altbürgermeister Franz Stahl, Tirschenreuths Stadtpfarrer und Regionaldekan Georg Flierl und Laufs katholischer Pfarrer Stefan Alexander.