Bürgerversammlung: Fragen zu Martinshorn und Nahwärme

Bürgermeister Thomas Lang beantwortete bei der Bürgerversammlung in der Stadtbücherei viele Fragen.
Foto: Andreas Kirchmayer/ Stadt LaufDie erste von zwei Bürgerversammlungen in diesem Jahr fand am gestrigen Mittwochabend in der Laufer Stadtbücherei statt. Die Veranstaltung richtete sich an Lauferinnen und Laufer aus Lauf rechts, aber auch alle anderen Interessierten waren eingeladen. Eine Veranstaltung für Lauf links findet am kommenden Montag, 19. Oktober 2026, um 19.30 Uhr in der Bertleinschule statt. In diesem Jahr gibt es keine Bürgerversammlungen in den Ortsteilen. Deren Bewohnerinnen und Bewohner sind eingeladen, eine der beiden Veranstaltungen in Lauf zu besuchen.
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger waren in die Stadtbücherei gekommen, darunter Langs Stellvertreterin Erika Vogel und weitere Stadtratsmitglieder verschiedener Fraktionen sowie Beauftragte für Ehrenamt und Senioren. Bürgermeister Thomas Lang nutzte zunächst die Gelegenheit, die aktuelle finanzielle Situation der Stadt darzustellen. Er betonte, wie ernst die Lage bei den Kommunen bundes- und bayernweit sei. Lauf gehe es finanziell zwar noch besser als vielen anderen Städten und Gemeinden. Allerdings sorge die dramatische Situation in Großstädten wie München und Nürnberg dafür, dass von der Finanzspritze des Freistaats für Kommunen, den sogenannten Schlüsselzuweisungen, in den übrigen Städten kaum etwas ankomme, so Lang. Lauf sei noch in der Lage, einen Haushalt zu verabschieden, aber selbstverständlich sei das heute nicht mehr. "Wir haben eine gigantische Aufgabe vor uns und sind am Ende der Nahrungskette", so Lang.
Die rückläufigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahre sorgen in Lauf für Probleme. Kita-Gruppen müssen geschlossen werden, eingeplante Einnahmen fehlen den freien Trägern, die dadurch finanziell unter Druck geraten.
Anschließend kam der Bürgermeister auf laufende sowie abgeschlossene Bauprojekte zu sprechen, darunter die neue Kita in Heuchling, die seit Anfang September in Betrieb ist, die Grundschule Heuchling, deren Generalsanierung nun ansteht, und die geplante Sanierung der Turn- und Schwimmhalle der Bertleinschule.
Der Bürgermeister sprach mehrere geplante Bauvorhaben an und freute sich, dass nach mehreren Jahren Flaute aufgrund der sehr hohen Baukosten nun wieder mehr Wohnraum in Lauf und den Ortsteilen entsteht. Auch im Gewerbegebiet am Oskar-Sembach-Ring tut sich etwas, dort wird aktuell ein neuer Standort für den ASB Nürnberger Land und die Unternehmen iFiber und Bisping & Bisping geschaffen.
Zum Thema Breitbandausbau sagte Lang, vor rund einem Monat habe die Stadt einen Förderantrag für Lauf rechts und die südlichen Ortsteile Weigenhofen und Schönberg gestellt. Sollte dieser Antrag bewilligt werden, könnte sich die Stadt über eine Förderung von 80 Prozent der förderfähigen Kosten freuen, der Eigenanteil liege dann bei rund 2,4 Millionen Euro. Die Stadt arbeite mit Hochdruck daran, dass es weitergeht, obwohl der Breitbandausbau eigentlich nicht Sache der Kommunen sei, so Lang.
Abschließend ließ Lang die gelungenen Kulturveranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren und sprach dabei auch den wichtigen Austausch mit den befreundeten Städten an, darunter das tschechische Loket und Tirschenreuth in der Oberpfalz. Werbung machte der Bürgermeister für die Literatur Tage Lauf, die vom 8. bis 15. November stattfinden. Aktuell läuft der Kartenvorverkauf, mehrere Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.
Nach einer kurzen Pause ging es um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Eine Anwohnerin der Simonshofer Straße beklagte den häufigen Lärm durch das Martinshorn von Einsatzfahrzeugen, die Patienten zum Krankenhaus bringen. Der Bürgermeister äußerte Verständnis, betonte aber, wie froh er sei, dass es in Lauf ein Krankenhaus gibt.
Ein Bürger störte sich am Zustand eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Nürnberger Straße, in dem sich früher ein Lokal befand, ehe es dort brannte. Lang betonte, man könne als Stadt nur aktiv werden, wenn eine Gefährdung der Bürger vorliege, und das sei nicht der Fall.
Nachfragen gab es auch nach einem neuen Supermarkt in Rudolfshof. Die Stadt könne hier nur vermitteln, so Lang. Bisher hätten sich aber der Besitzer einer Immobilie, in der sich ein Supermarkt befand, und Interessenten nicht einigen können.
Ein weiteres Thema war die Nahwärmeversorgung. Die Nutzung eines Wärmenetzes für ein erstes Areal in Lauf links wird derzeit seitens der Städtischen Werke geplant.
Neben Nachfragen gab es seitens der Bürgerinnen und Bürger aber auch viel Lob für die Stadtverwaltung. Nach über zwei Stunden endete die Veranstaltung. Bürgermeister Thomas Lang bat die Lauferinnen und Laufer, bei Sorgen und Fragen auf ihn, Stadtratsmitglieder oder die Stadtverwaltung zuzugehen.
Zusätzlich zu den beiden Bürgerversammlungen finden auch eine Jugendversammlung am Montag, 23. November 2026, um 19 Uhr in der Stadtbücherei sowie eine Seniorenbürgerversammlung am Mittwoch, 25. November 2026, um 16.00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.
