Durch das Verwenden der Übersetzungsfunktion wird eine Verbindung zu Google aufgebaut. Dadurch werden Ihre personenbezogenen Daten an Google weitergeleitet!

zur Navigation zum Inhalt zum Footer

„Frauen im Aufbruch“

Politische Plakate aus 100 Jahren

Veranstaltungsinformationen

Genre:

Ausstellungen

Termine:

von 02.03.2026 bis 27.03.2026

Veranstaltungsort:

Stadtbücherei Lauf, Turnstraße 11

„Frauen im Aufbruch“ ist der Titel einer Plakatausstellung des Archivs der sozialen Demokratie, die die Werbung um die politische Beteiligung der Frauen in den drei wichtigen demokratischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts zeigt. Eine Auswahl der Plakate ist vom 2. bis zum 27. März in der Stadtbücherei zu sehen. Allgemeine Wahlaufrufe stehen dabei neben Werbeplakaten für verschiedene Parteien und Vereinigungen.

1918/19: Die Einführung des Frauenwahlrechts 

Die Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 stellten nicht nur den Auftakt zur ersten deutschen Demokratie dar, sondern waren auch Premiere des neu geschaffenen Frauenwahlrechts. Die Plakate verdeutlichen den Aufbruch in die Demokratie und zeigen auch den Umgang der Parteien mit dem neuen Frauenwahlrecht. Sie versuchten, unabhängig von ihrer vorherigen Einstellung zum Frauenwahlrecht, die Frauen gesondert anzusprechen. Dabei verknüpften sie ihre jeweilige Weltanschauung mit stereotypen Vorstellungen von ‚der Frau’. Besonders wichtig war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg die Thematisierung als „Deutsche“, um das nationale Selbstwertgefühl mit der jeweiligen Partei zu verbinden. Eine Ansprache, die Frauen politisch ernst nahm, fand sich hingegen eher selten.

1945/49: Trauer und Neuanfang 

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus war die deutsche Nachkriegsgesellschaft stark weiblich geprägt: Frauen bildeten nicht nur die Mehrzahl, sie waren bereits während des Zweiten Weltkriegs auch in den zuvor von Männern dominierten Bereich der Arbeit eingedrungen. Die Erfahrung des Kriegs schlug sich, wie auch schon nach dem Ersten Weltkrieg, in einer besonders moralischen Ansprache der Frauen nieder. Sie erschienen auf den Plakaten als trauernde Mütter, als Erinnerung an eine schlimme Vergangenheit, aber auch als besonders verantwortliche Trägerinnen einer friedvollen Zukunft. Zugleich wurden sie an ihre Rollen in der Gesellschaft erinnert, wenn sie als Hüterin der Familie, als Frau an der Seite eines Mannes oder in Einzelfällen auch als arbeitende Frau angesprochen wurden. 

1989/90: Umbruch und Verstetigung 

Durch die Friedliche Revolution und die deutsch-deutsche Vereinigung trafen zwei sehr unterschiedliche politische Kulturen von Ost und West aufeinander, wie sie sich im gesellschaftlichen und politisch-ideologischen Rahmen entwickelt und verwurzelt hatten. Der Grundtenor von Emanzipation und Gleichberechtigung blieb jedoch von der grundsätzlichen Auseinandersetzung über das gesellschaftliche Selbstverständnis von Frauen und Männern gezeichnet. Stellte diese Zeit für Frauen in Westdeutschland eine Verstetigung eines Gleichberechtigungsprozesses dar, so bedeutete der Umbruch für Frauen in Ostdeutschland einen potenziellen Rückschritt aus der gesicherten Situation einer formalen Gleichberechtigung. In den Plakaten von 1989/90 finden diese verschiedenen Sichtweisen ihren ganz eigenen momenthaften Eindruck. Die Vielfalt der Positionen korrespondiert dabei mit einer Vielfalt der ästhetischen Gestaltung der Plakate.


Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei (Montag, Dienstag und Freitag von 14.00 – 18.00 Uhr, Mittwoch von 9.00 – 14.00 Uhr, Donnerstag von 14.00 – 19.00 Uhr und Samstag von 10.00 – 13.00 Uhr) zu sehen, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter www.stadtbuecherei-lauf.de.

 

Veranstaltungsinformationen

Genre:

Ausstellungen

Termine:

von 02.03.2026 bis 27.03.2026

Veranstaltungsort:

Stadtbücherei Lauf, Turnstraße 11