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Stand: 09.09.2026 Neuigkeiten

Servicewohnen mitten in Lauf

Servicewohnen Plärrer 11 Foto Kirchmayer

Stadtpfarrer Jan-Peter Hanstein, Bürgermeister Thomas Lang und Jörg Maisel, der Geschäftsführer der Maisel Projektentwicklung GmbH (von links) bei der Vorstellung des Projekts im Laufer Rathaus.

Foto: Andreas Kirchmayer/ Stadt Lauf

Bürgermeister Thomas Lang spricht von einem Meilenstein für Lauf: Am Plärrer 11 mitten in der Laufer Innenstadt soll ein großes Projekt für Servicewohnen entstehen. Projektentwickler und Bauherr ist die Maisel Projektentwicklung GmbH aus Hohenstadt, die Serviceleistungen für die Bewohnerinnen und Bewohner übernimmt die Diakonie Unteres Pegnitztal. Jörg Maisel, der Geschäftsführer der Maisel Projektentwicklung GmbH, und Stadtpfarrer Jan-Peter Hanstein, der Vorsitzender des Vereins für Gemeindediakonie Unteres Pegnitztal e.V. und damit Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonie Unteres Pegnitztal gGmbH ist, stellten im Rathaus die Pläne vor.

Auf vier Stockwerken sollen insgesamt 74 Wohneinheiten mit jeweils 50 bis 80 Quadratmetern entstehen. Vom Plärrer aus ebenerdig erreichbar sind unter anderem Gemeinschaftsflächen, darunter ein begrünter Innenhof, eine Kapelle und Verwaltungsräume der Diakonie geplant. Auf derselben Ebene hofft die Diakonie zudem, eine Tagespflegeeinrichtung mit 20 Plätzen für Menschen aus Lauf und Umgebung verwirklichen zu können, Voraussetzungen dafür sind die Bedarfsbestätigung des Landkreises Nürnberger Land und eine Förderung durch den Freistaat Bayern. Diese Einrichtung würde die bisherige Tagespflege der Diakonie in der Hersbrucker Straße mit zwölf Plätzen ersetzen. Eine große Küche könnte die Bewohner bei Bedarf mit frisch vor Ort gekochtem Essen versorgen. Auch eine Ladenfläche und weitere Serviceangebote wären möglich, beispielsweise eine Fußpflege. 

Die Maisel Projektentwicklung GmbH hat auf dem Gebiet Betreutes Wohnen bereits jahrelang Erfahrung gesammelt. In Hohenstadt wurde ein derartiges Projekt, ebenfalls mit einer Diakonie als Serviceleister, schon umgesetzt, eine weitere Einrichtung ist in der Bauphase. Alle Wohnungen dort sind bereits verkauft, so Maisel. Das Projekt in Lauf dürfte insgesamt rund 30 Millionen Euro kosten, so der Bauherr. 

Die Wohnungen am Plärrer 11 werden voraussichtlich ab 325.000 Euro kosten. Käufer können entweder selbst einziehen oder sie vermieten. Bewohner schließen beim Einzug einen Vertrag mit der Diakonie ab und müssen monatlich eine Servicepauschale bezahlen. Dafür können sie auf Pflegedienstleistungen zurückgreifen, ein Mitarbeiter der Diakonie befindet sich ständig im Gebäude und ist im Notfall greifbar. Im eigenen Wohnbereich sind die Menschen aber für sich verantwortlich, das unterscheidet das Servicewohnen von einer klassischen Pflegeeinrichtung. 

Ältere Menschen sollen so lange wie möglich die Gelegenheit bekommen, am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben und ihren bisherigen Lebensstil fortzuführen, wie Pfarrer Hanstein erklärt. Begünstigt wird das durch die zentrale Lage in Lauf. Der Marktplatz ist in wenigen Gehminuten zu erreichen, es gibt in der Umgebung viele Restaurants, Geschäfte, Banken und Ärzte. Hinzu kommt die gute Anbindung an Bus und Bahn, die auch dem Personal der Diakonie zugutekommen wird. Hanstein betont, dass man die Pflegeangebote individuell in Anspruch nehmen kann und die Diakonie auch Pflegedienstleistungen an andere Dienstleister vermitteln wird. 

Bürgermeister Thomas Lang ist begeistert von dem Projekt. Schließlich gibt es bisher kein Angebot dieser Art in Lauf. Dabei sei Servicewohnen für viele ältere Menschen genau das Richtige: Sie können in ihren eigenen vier Wänden leben, ob mit ihrem Partner oder allein, können aber bei Bedarf individuell auf Pflegedienstleistungen zurückgreifen. Der Bürgermeister äußert die Erwartung, dass die Einrichtung auch zu einer gewissen Entlastung des aktuell angespannten Wohnungsmarktes in Lauf beitragen könnte. Demnach bestehe die Chance, dass durch den Bezug einer Wohnung am Plärrer 11 an anderer Stelle Wohnraum frei wird. Auch Stadtpfarrer Hanstein und der Bauherr Maisel, der selbst Laufer ist, begrüßen diesen möglichen positiven Effekt.

Der Bau- und Umweltausschuss wird sich in seiner Sitzung am 22. September 2026 mit dem Thema beschäftigen. Wenn anschließend die Baugenehmigung seitens des Landratsamtes vorliegt, kann das Bestandsgebäude am Plärrer 11 im kommenden Jahr abgebrochen werden, bis 2029 soll das Projekt abgeschlossen sein.